Aufgeschlagenes Brandschutzkonzept auf Industrietisch mit rotem Feuerlöscher, Stoppuhr und Stahllineal im Hintergrund.

Wie viel Zeit braucht man, um ein Brandschutzkonzept erstellen zu lassen?

Die Erstellung eines Brandschutzkonzepts dauert in der Regel zwischen vier und zwölf Wochen, abhängig von der Komplexität des Gebäudes und der Vollständigkeit der vorhandenen Unterlagen. Für einfache Gewerbeobjekte kann der Prozess kürzer ausfallen, während komplexe Industriebauten oder Sonderbauten deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die folgenden Abschnitte erklären, welche Faktoren die Dauer beeinflussen und worauf Betriebe bei der Planung achten sollten.

Was beeinflusst die Erstellungsdauer eines Brandschutzkonzepts?

Die Dauer, um ein Brandschutzkonzept erstellen zu lassen, hängt vor allem von der Komplexität des Gebäudes, der Nutzungsart und der Qualität der bereitgestellten Unterlagen ab. Je umfangreicher die bauliche Situation ist und je mehr Abstimmungsbedarf mit Behörden besteht, desto länger dauert der gesamte Prozess.

Im Einzelnen spielen folgende Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Gebäudegröße und Nutzungsart: Ein kleines Lagergebäude erfordert ein deutlich weniger umfangreiches Konzept als eine Produktionshalle mit explosionsgefährdeten Bereichen oder ein mehrstöckiger Bürokomplex.
  • Bestandsgebäude oder Neubau: Bei Neubauten liegen Planunterlagen oft bereits digital vor. Bei Bestandsgebäuden müssen Grundrisse häufig erst aufgenommen oder rekonstruiert werden.
  • Behördliche Abstimmung: Wenn das Konzept im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens eingereicht wird, verlängert die Abstimmung mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde die Gesamtdauer erheblich.
  • Vollständigkeit der Unterlagen: Fehlende Bestandspläne, unklare Nutzungsangaben oder ausstehende technische Dokumentationen verzögern den Start der eigentlichen Konzepterstellung.
  • Sonderbauvorschriften: Betriebe, die unter spezielle Vorschriften fallen, etwa Industriebaurichtlinien oder Versammlungsstättenverordnungen, benötigen ein tiefergehendes Konzept mit entsprechend mehr Bearbeitungszeit.

Wie lange dauert die Erstellung eines Brandschutzkonzepts in der Praxis?

In der Praxis sollten Betriebe mit einem Zeitraum von vier bis zwölf Wochen für die Erstellung eines Brandschutzkonzepts rechnen. Einfache Objekte mit vollständigen Unterlagen liegen eher am unteren Ende dieser Spanne, während komplexe Industriebauten oder Sonderbauten den oberen Bereich ausschöpfen.

Eine grobe Orientierung nach Objekttyp:

  • Einfache Gewerbeobjekte (z. B. Büros, kleine Lager): vier bis sechs Wochen
  • Mittelgroße Produktions- oder Handwerksbetriebe: sechs bis acht Wochen
  • Große Industrieanlagen oder Sonderbauten: acht bis zwölf Wochen oder mehr

Hinzu kommt die Bearbeitungszeit der Behörden, falls das Konzept im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens geprüft werden muss. Diese behördliche Prüfung kann je nach Bundesland und Kapazität der Behörde weitere Wochen oder Monate in Anspruch nehmen und liegt außerhalb des Einflussbereichs des Fachplaners.

Welche Unterlagen werden für ein Brandschutzkonzept benötigt?

Für die Erstellung eines Brandschutzkonzepts werden in erster Linie aktuelle Grundrisse, Schnitte und Ansichten des Gebäudes benötigt, ergänzt durch Angaben zur Nutzung, zu Personenzahlen und zu vorhandenen technischen Brandschutzanlagen. Je vollständiger diese Unterlagen zu Beginn vorliegen, desto schneller kann mit der Konzepterstellung begonnen werden.

Typischerweise werden folgende Dokumente und Informationen benötigt:

  • Aktuelle Grundrisse aller Geschosse (möglichst als CAD-Datei oder maßstabsgetreue PDF)
  • Angaben zur Gebäudenutzung und zu den maximalen Personenzahlen
  • Informationen zu vorhandenen Brandschutzeinrichtungen (Sprinkleranlagen, Brandmeldeanlagen, Entrauchungsanlagen)
  • Baugenehmigungsunterlagen und vorhandene Brandschutzauflagen aus früheren Verfahren
  • Angaben zu gelagerten oder verarbeiteten Stoffen, insbesondere bei brennbaren oder explosionsgefährdeten Materialien
  • Flucht- und Rettungswegpläne, sofern bereits vorhanden

Wer diese Unterlagen frühzeitig zusammenstellt, spart wertvolle Zeit und vermeidet unnötige Rückfragen während der Bearbeitung.

Wann sollte ein Brandschutzkonzept in Auftrag gegeben werden?

Ein Brandschutzkonzept sollte so früh wie möglich in Auftrag gegeben werden, idealerweise bereits in der Planungsphase eines Neubaus oder vor dem Start einer größeren Umbaumaßnahme. Wer erst kurz vor der Fertigstellung oder im laufenden Betrieb reagiert, riskiert teure Nachbesserungen oder Verzögerungen bei der Baugenehmigung.

Es gibt mehrere typische Anlässe, bei denen die Erstellung eines Brandschutzkonzepts notwendig wird oder sinnvoll ist:

  • Neubau oder Erweiterung: Das Konzept gehört in vielen Bundesländern zu den Pflichtbestandteilen des Baugenehmigungsantrags für Sonderbauten und größere Industriegebäude.
  • Nutzungsänderung: Wenn ein Gebäude oder Gebäudeteil anders genutzt werden soll als bisher, kann ein neues oder aktualisiertes Brandschutzkonzept erforderlich werden.
  • Umbau oder Sanierung: Bauliche Veränderungen, die Flucht- und Rettungswege, Brandabschnitte oder technische Anlagen betreffen, machen eine Überprüfung des bestehenden Konzepts notwendig.
  • Behördliche Anforderung: Baubehörden oder Berufsgenossenschaften können die Vorlage eines aktuellen Brandschutzkonzepts verlangen, etwa im Rahmen von Betriebsbegehungen oder Genehmigungsverfahren.

Wer frühzeitig plant, gibt dem Fachplaner ausreichend Zeit für eine gründliche Ausarbeitung und vermeidet unnötigen Zeitdruck, der die Qualität des Konzepts beeinträchtigen könnte.

Was kostet ein Brandschutzkonzept und wie lange gilt es?

Die Kosten für ein Brandschutzkonzept hängen stark vom Umfang und der Komplexität des Objekts ab und lassen sich daher nicht pauschal nennen. Ein einfaches Konzept für ein kleineres Gewerbeobjekt beginnt in der Regel bei einigen hundert Euro, während umfangreiche Konzepte für Industrieanlagen oder Sonderbauten deutlich höhere Honorare erfordern.

Grundsätzlich richtet sich das Honorar nach dem tatsächlichen Bearbeitungsaufwand. Faktoren wie Gebäudegröße, Nutzungskomplexität, notwendige Abstimmungen mit Behörden und der Umfang der zu erstellenden Dokumentation beeinflussen den Preis maßgeblich. Eine transparente Kostenschätzung sollte daher immer auf einer Besichtigung oder zumindest einer gründlichen Auswertung der vorhandenen Unterlagen basieren.

Zur Gültigkeitsdauer gilt: Ein Brandschutzkonzept hat keine gesetzlich festgelegte Ablaufzeit, verliert aber seine Aktualität, wenn sich die baulichen oder nutzungsbezogenen Gegebenheiten wesentlich verändern. Folgende Situationen erfordern eine Überprüfung oder Aktualisierung:

  • Bauliche Veränderungen, die Brandabschnitte oder Flucht- und Rettungswege betreffen
  • Änderungen in der Nutzung oder den Personenzahlen
  • Neue gesetzliche Anforderungen oder geänderte Landesbauordnungen
  • Erweiterung oder Erneuerung von technischen Brandschutzanlagen

Es empfiehlt sich, das Brandschutzkonzept regelmäßig, etwa alle fünf bis zehn Jahre oder anlassbezogen, durch einen Fachkundigen prüfen zu lassen, um sicherzustellen, dass es noch dem aktuellen Stand entspricht.

Wie ABEMA beim Erstellen eines Brandschutzkonzepts unterstützt

Wir bei ABEMA begleiten Unternehmen aus Industrie und Handwerk bei der gesamten Erstellung und Umsetzung von Brandschutzkonzepten, von der ersten Bestandsaufnahme bis zur behördlichen Einreichung. Dabei profitieren unsere Kunden von einem erfahrenen Fachplaner, der praxisnahe, rechtssichere und wirtschaftliche Lösungen entwickelt, die zum jeweiligen Betrieb passen.

Unser Leistungsangebot im Bereich Brandschutz umfasst unter anderem:

  • Erstellung vollständiger Brandschutzkonzepte für Neu- und Bestandsbauten sowie Sonderbauten
  • Überprüfung und Aktualisierung bestehender Konzepte bei Umbau oder Nutzungsänderung
  • Abstimmung mit Baubehörden und Berufsgenossenschaften
  • Stellung gesetzlich geforderter Brandschutzbeauftragter
  • Beratung zu Explosionsschutz und Erstellung entsprechender Dokumente
  • Durchführung von Mitarbeiterunterweisungen im Bereich Brandschutz

Ob es um einen Neubau, eine geplante Umbaumaßnahme oder eine behördliche Anforderung geht, wir helfen Ihnen, den richtigen nächsten Schritt zu gehen. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie uns gemeinsam besprechen, was Ihr Betrieb konkret benötigt.

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