Brandschutzbeauftragter in Warnweste erklärt Mitarbeitern einen roten Feuerlöscher in einer Industriehalle.

Wie läuft eine Brandschutzhelfer Unterweisung im Betrieb ab?

Eine Brandschutzhelfer Unterweisung läuft in der Regel als Kombination aus theoretischem Unterricht und praktischer Löschübung ab. Beschäftigte lernen dabei, wie sie im Brandfall richtig reagieren, Feuerlöscher korrekt einsetzen und Menschen sicher evakuieren. Die DGUV Information 205-023 bildet die fachliche Grundlage für Inhalt und Umfang der Schulung. In diesem Artikel werden die wichtigsten Fragen rund um Ablauf, Dauer und Wiederholung der Brandschutzhelfer Schulung beantwortet.

Wer muss im Betrieb als Brandschutzhelfer ausgebildet werden?

Als Brandschutzhelfer müssen grundsätzlich alle Beschäftigten ausgebildet werden, die der Arbeitgeber für diese Aufgabe benennt. Die Anzahl richtet sich nach der Betriebsgröße und dem vorhandenen Brandrisiko. Als Richtwert gilt laut DGUV Information 205-023 ein Anteil von etwa fünf Prozent der Beschäftigten. In Betrieben mit erhöhtem Brandrisiko oder besonderen Räumlichkeiten kann ein höherer Anteil erforderlich sein.

Grundsätzlich eignen sich für die Funktion des Brandschutzhelfers Mitarbeitende, die regelmäßig im Betrieb anwesend sind und körperlich in der Lage sind, im Notfall zu handeln. Schichtbetriebe müssen sicherstellen, dass in jeder Schicht ausreichend ausgebildete Brandschutzhelfer vor Ort sind. Auch bei Heimarbeit oder häufiger Reisetätigkeit einzelner Beschäftigter ist die tatsächliche Verfügbarkeit im Betrieb zu berücksichtigen.

Der Arbeitgeber trägt die Verantwortung für die Benennung und Ausbildung. Wer im Betrieb für Arbeitssicherheit zuständig ist, sollte die Anzahl der benötigten Brandschutzhelfer regelmäßig überprüfen, insbesondere bei Veränderungen in der Belegschaft oder bei baulichen Umgestaltungen.

Welche Inhalte umfasst eine Brandschutzhelfer Unterweisung?

Eine Brandschutzhelfer Unterweisung umfasst sowohl theoretische als auch praktische Inhalte. Der Theorieteil behandelt die Grundlagen der Brandlehre, betriebliche Brandschutzmaßnahmen und das richtige Verhalten im Brandfall. Der Praxisteil beinhaltet den Umgang mit Feuerlöschern und anderen Löschmitteln unter realen Bedingungen.

Im Einzelnen werden in der Regel folgende Themen behandelt:

  • Grundlagen der Verbrennung und Brandentstehung
  • Brandklassen und geeignete Löschmittel
  • Betriebsspezifische Brandgefahren und Brandschutzeinrichtungen
  • Aufgaben und Pflichten des Brandschutzhelfers
  • Alarmierung, Evakuierung und Sammelplatzregelung
  • Verhalten gegenüber der Feuerwehr
  • Praktische Löschübungen mit Feuerlöschern

Besonders wichtig ist, dass die Unterweisung betriebsspezifisch gestaltet wird. Allgemeine Schulungsinhalte sind eine gute Basis, reichen aber nicht aus, wenn die konkreten Gegebenheiten des Betriebs nicht berücksichtigt werden. Flucht- und Rettungswege, Standorte von Feuerlöschern und der Alarmierungsplan sollten immer Teil der betrieblichen Brandschutzunterweisung sein.

Wie läuft der praktische Teil der Brandschutzhelfer Schulung ab?

Im praktischen Teil der Brandschutzhelfer Schulung üben die Teilnehmenden den realen Einsatz von Feuerlöschern. Dazu werden in der Regel Brandstellensimulationen genutzt, bei denen ein kontrolliertes Feuer entzündet wird, das die Teilnehmenden eigenständig löschen. So entsteht ein realistisches Handlungsgefühl, das im Ernstfall entscheidend ist.

Der Ablauf des praktischen Teils sieht typischerweise so aus:

  1. Vorstellung der verschiedenen Feuerlöschertypen und ihrer Eignung für unterschiedliche Brandklassen
  2. Erklärung der Bedienungsschritte: Sicherung ziehen, Schlauch richten, Hebel betätigen
  3. Demonstration durch den Schulungsleiter an einem realen Brandszenario
  4. Eigenständige Löschübung jedes Teilnehmenden an einer kontrollierten Brandstelle
  5. Auswertung und Besprechung des Verhaltens im Übungsfall

Viele Schulungsanbieter nutzen für die Löschübungen spezielle Trainingsgeräte oder Übungsfeuerlöscher mit Wasser, um den Aufwand und die Sicherheitsanforderungen bei der Durchführung zu reduzieren. Dennoch empfiehlt sich zumindest eine Übung mit echtem Löschmittel, damit die Teilnehmenden ein realistisches Gefühl für den Löschvorgang bekommen.

Wie lange dauert eine Brandschutzhelfer Unterweisung?

Eine vollständige Brandschutzhelfer Unterweisung dauert in der Regel etwa drei bis vier Stunden. Dieser Zeitrahmen schließt sowohl den theoretischen Unterricht als auch die praktische Löschübung ein. Kürzere Formate sind möglich, wenn Teilnehmende bereits Vorkenntnisse mitbringen oder wenn es sich um eine Auffrischungsschulung handelt.

Die DGUV Information 205-023 gibt keine starre Stundenzahl vor, sondern stellt auf die Vermittlung aller relevanten Inhalte ab. Entscheidend ist, dass am Ende der Schulung alle Lerninhalte vollständig behandelt wurden und die Teilnehmenden in der Lage sind, ihre Aufgaben als Brandschutzhelfer sicher auszuführen.

Für Erstschulungen sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, damit auch Rückfragen beantwortet und betriebsspezifische Besonderheiten besprochen werden können. Wer die Schulung zu stark komprimiert, riskiert, dass wichtige Inhalte nur oberflächlich behandelt werden.

Wie oft muss die Brandschutzhelfer Schulung wiederholt werden?

Die Brandschutzhelfer Schulung sollte regelmäßig wiederholt werden, in der Praxis hat sich ein Intervall von etwa drei bis fünf Jahren bewährt. Darüber hinaus ist eine Wiederholung immer dann erforderlich, wenn sich betriebliche Gegebenheiten wesentlich verändert haben, etwa durch Umbauten, neue Produktionsprozesse oder eine veränderte Belegschaft.

Auch wenn keine gesetzlich festgelegte Wiederholungsfrist existiert, empfehlen Berufsgenossenschaften und Fachverbände eine regelmäßige Auffrischung. Hintergrund ist, dass Handlungswissen ohne praktische Anwendung mit der Zeit verblasst. Wer im Ernstfall zuverlässig reagieren soll, muss die Abläufe verinnerlicht haben.

Zusätzlich zur turnusmäßigen Wiederholung sollten Brandschutzhelfer jährlich eine kurze Unterweisung erhalten, die betriebsspezifische Brandschutzthemen aufgreift. Diese kann im Rahmen der regulären Sicherheitsunterweisungen im Betrieb stattfinden und muss nicht zwingend mit einer vollständigen Löschübung verbunden sein.

Wer darf eine Brandschutzhelfer Unterweisung durchführen?

Eine Brandschutzhelfer Unterweisung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, die sowohl über theoretisches Wissen im Brandschutz als auch über praktische Erfahrung mit Löschmitteln und Löschübungen verfügen. Typischerweise sind das ausgebildete Brandschutzfachleute, Brandschutzbeauftragte oder spezialisierte Schulungsanbieter mit entsprechendem Nachweis.

Wichtig ist, dass die Person, die die Schulung durchführt, in der Lage ist, betriebsspezifische Inhalte zu integrieren und die Teilnehmenden fachlich kompetent zu begleiten. Eine reine Präsentation ohne praktische Übung oder ohne Bezug zum konkreten Betrieb erfüllt die Anforderungen in der Regel nicht.

Interne Lösungen sind möglich, wenn im Betrieb eine geeignete Fachkraft vorhanden ist. Viele Unternehmen setzen jedoch auf externe Schulungsanbieter, um sicherzustellen, dass die Unterweisung rechtssicher, aktuell und vollständig dokumentiert durchgeführt wird.

So unterstützt ABEMA bei der Brandschutzhelfer Unterweisung

Wir bei ABEMA begleiten Unternehmen aus Industrie und Handwerk bei der Organisation und Durchführung rechtssicherer Brandschutzhelfer Unterweisungen. Unser Fachbereich Brand- und Explosionsschutz bietet dabei ein umfassendes Leistungspaket:

  • Planung und Durchführung betriebsspezifischer Brandschutzhelfer Schulungen, inklusive praktischer Löschübungen
  • Erstellung und Pflege der erforderlichen Schulungsdokumentation
  • Beratung zur optimalen Anzahl und Auswahl geeigneter Brandschutzhelfer im Betrieb
  • Unterstützung bei der Einbindung des Brandschutzes in bestehende Sicherheitsstrukturen
  • Übernahme der Funktion gesetzlich geforderter Beauftragter, soweit erforderlich

Unsere Schulungen werden sowohl inhouse bei Ihnen im Betrieb als auch an unseren Standorten in Lingen und Wietmarschen durchgeführt. Damit sind wir flexibel auf Ihre betrieblichen Abläufe abgestimmt. Sprechen Sie uns an und nehmen Sie Kontakt auf, damit wir gemeinsam die passende Lösung für Ihren Betrieb entwickeln.

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